Experte kritisiert Orsato, der Schweiz gegen Deutschland gepfiffen hat: "Vielleicht ist er mit 48 nicht mehr auf dem Höhepunkt seiner Fitness"

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Experte kritisiert Orsato, der Schweiz gegen Deutschland gepfiffen hat: "Vielleicht ist er mit 48 nicht mehr auf dem Höhepunkt seiner Fitness"

Nach dem EM-Spiel zwischen der Schweiz und Deutschland (1:1) haderte Julian Nagelsmann mit der Leistung des Schiedsrichters Daniele Orsato. Der ehemalige FIFA-Schiedsrichter Babak Rafati hat als Schiedsrichter-Experte des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) die Leistung des italienischen Unparteiischen analysiert, und zwar - drei strittige Szenen.

1. Das zurückgenommene Tor von Robert Andrich in der 18. Minute. "Zunächst einmal ist der Videobeweis-Einsatz richtig. Es handelt sich um die gleiche Spielsituation, weil der Ballbesitz nach der strittigen Situation nicht wechselt. Jamal Musialas Einsteigen wurde korrekt als Foul gewertet, weil er den Schweizer Verteidiger klar trifft. Für die Außenwirkung ist es trotzdem ungünstig, da Orsato das eigentlich selbst direkt sehen muss", wird Rafati von rnd.de zitiert.

2. Die Gelbe Karte gegen Jonathan Tah in der 38. Minute. Aus der Sicht von Rafati beschwerte sich Nagelsmann zu Unrecht darüber. Zwar könne der Schiri-Experte Nagelsmanns Ärger verstehen, weil Tah durch diese Verwarnung für das EM-Achtelfinale gesperrt wurde, "das Bein von Tah in Richtung Kopf von Breel Embolo ist allerdings viel zu hoch. Gerade bei Vergehen, wo Gefahr für Kopfverletzungen besteht, gehen die Schiris im europäischen Fußball sehr konsequent vor. Da gab es keinen Ermessensspielraum."

3. Kein Elfmeter für Klammern gegen Maximilian Beier in der 71. Minute. Laut Rafati sind in dieser Szene beide Entscheidungen vertretbar, eines hat ihm dabei jedoch nicht gefallen: "Der VAR schaut sich die Aktion an und bewertet das Halten von Silvan Widmer gegen DFB-Stürmer Beier nicht als ausreichend für einen Elfmeter. Der Regel entsprechend passt das. Doch im Sinne des Spielmanagements, das Orsato schon bis dahin kaum geglückt ist, wäre die Entscheidung auf Strafstoß für ihn die bessere gewesen. Zumindest hätte er selbst in die Review Area gehen sollen, wie bei Andrichs Tor. Das schafft mehr Akzeptanz."

Auch wenn Orsato nicht in allen drei obengenannten Situationen klare Fehler gemacht hat, fand Rafati seine Leistung schwach: Laut dem Schiri-Experten habe der Italiener "ungewohnt nervös und fahrig gewirkt": "Die Zweikampfbewertung war uneinheitlich, schon mit der ersten Gelben Karte gegen den späteren Schweizer Torschützen Dan Ndoye (25.) bringt er Unruhe rein. Vielleicht ist er nun mit 48, kurz vor seinem Karriereende, nicht mehr auf dem Höhepunkt seiner Fitness, er lief dem Geschehen oft hinterher."

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